ZEIT - Für Menschen

"Stevi, du schaffst das!", machte die Pflegeschülerin Rabea Kunkel einem autistischen Jungen Mut, einen Fuß in den geliebten Bach zu setzen. Das Laufen im kühlen Wasser war immer eine seiner Lieblingsbeschäftigungen gewesen. Doch nach dem plötzlichen Tod seines geliebten Vaters ging nichts mehr. Nächtliches Schreien, große Unruhe, kaum zu unterbrechende Spiralen stereotyper Bewegungen - ein großer Rückschlag.

In Krisensituationen brauchen Menschen manchmal mehr Zeit als regulär zur Verfügung steht. Die Zeit, die sich eine Pflegeschülerin zusätzlich nehmen konnte, um einmal in der Woche ausschließlich für Steven da zu sein, trug dazu bei, seine Trauer nach und nach zu bewältigen. 

Wir bitten Sie herzlich um Unterstützung für diese unverzichtbaren Hilfen. Uns erreichen zahlreiche Stiftungsanträge von Seiten der Betreuer von Menschen, die in besonderen Situationen mehr Zeit brauchen. Oft können Eltern und Angehörige diese Hilfen finanziell nicht leisten. Wir aber sehen diese Erfordernisse und können an dieser Stelle nur sehr schwer nein sagen. 

Bitte seien Sie an unserer Seite! Für diese Hilfen haben wir den Förderschwerpunkt ZEIT geschaffen.

Tagesförderstätten

Mehr Zeit benötigen häufig Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen, die die Tagesförderstätten der Rotenburger Werke besuchen. Sie erleben dort Angebote, die speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sind. Auf diese Weise stärken und fördern die Rotenburger Werke Menschen, die dem Berufsalltag in Werkstätten nicht gewachsen sind. Die Angebote in Tagesförderstätten strukturieren den Alltag außerhalb der eigenen Wohngemeinschaft und eröffnen neue Räume der Begegnung. 

 

 

Assistenzleistungen Dritter

Menschen brauchen manchmal mehr Zeit. In Krisensituationen oder auch sonst: Angelika von der Brelje, Mitglied des Kuratorium von mittendabei und Mutter einer Tochter mit Behinderung, wohnt in Bliedersdorf und weiß, wie wichtig es ist, immer wieder Raum für gemeinsame Unternehmungen zu schaffen: „In den Wohngruppen fehlt häufig die Zeit, allen Bewohnerinnen und Bewohnern die Aufmerksamkeit zu geben, mit der man jedem einzelnen gerecht werden möchte. Ausflüge mit Kaffee und Kuchen, ein Spaziergang in die Stadt oder das Spielen eines Brettspiels sind für einige Menschen mit Behinderung Höhepunkte im Alltag, die sie gerne häufiger erleben möchten. Eine "Assistenzleistung Dritter", die durch zusätzliche Arbeitskräfte abgedeckt wird, kann diese Lücke sinnvoll schließen.

Fachpflegeeinrichtung und besondere Hilfsbedarfe

Wenn Menschen neben einer geistigen Behinderung einen hohen Pflegebedarf haben, ist die Fachpflege ein angemessener Wohnort. Hier werden junge und auch ältere Menschen durch speziell ausgebildetes Fachpersonal adäquat versorgt. Ergänzend erhält jede und jeder ein individuell abgestimmtes, umfängliches tagesstrukturierendes Angebot. Therapeuten und Ärzte kommen bei Bedarf ins Haus. Im Vordergrund steht immer, die Lebensqualität bestmöglich zu gewährleisten.

Aber auch für Menschen mit geistiger Behinderung und einer Demenz gilt es, ein Lebensumfeld zu bieten, das Anregungen schafft und sich optimal an das Stadium ihrer Krankheit anpasst. Bei Menschen mit einer geistigen Behinderung ist eine Demenz oftmals nur schwer zu erkennen. Auch sie finden hier ein individuell passendes Angebot aus Pflege, Förderung und angemessener Freizeitgestaltung.

Ob besonderer Pflegebedarf oder eine krankheitsbedingte Notwendigkeit verstärkter Fürsorge: Oft ermöglichen erst Spendengelder, Menschen mittendabei ins Leben zu holen.